Schüleraustausch Dresden - Sankt. Petersburg 2017

Gymnasium Klotzsche

Treffpunkt Bahnhof Dresden-Neustadt-5:30 Uhr.

Alle hatten die Koffer zur Hälfte mit Gastgeschenken gefüllt. Die Vorfreude war deutlich zu spüren, trotz der frühen Uhrzeit. Es wurde sich über das Gewicht des Gepäcks, die Angst den Wasserhahn nicht aufzubekommen oder gar das Bad zu fluten, die anstehenden Ausflüge und vieles mehr ausgetauscht. Mit 20 Minuten Verspätung erreichte uns endlich der FlixBus, in dem dann wenige Minuten später alle 14 Schüler, Frau Neuber und Frau Döring Platz genommen hatten. Die Reise ging los. Um 9:50 Uhr hatten wir die Sicherheitskontrolle überstanden und mussten nur noch 15 Minuten bis zum Boarding warten.

11:00. Der Flieger rollte. Wir hoben ab. Hin und wieder ließ sich die Sonne zwischen den Wolken blicken.

11:30. Wir waren oben. Hier war strahlender Sonnenschein. In zwei Stunden würden wir in St. Petersburg landen. Wir waren gespannt was uns erwartet.

12:45. Umhüllt von dichten, grauen Wolken befanden wir uns oberhalb von St. Petersburg. Man sah weder oben noch unten. Es waren 13 Grad.

14:30. Nach einer sicheren Landung und der Passkontrolle betraten wir die Ankunftshalle. Die Begrüßung unserer Austauschschüler und der Lehrer hätte herzlicher nicht sein können. Mit einem bunten Willkommen und innigen Umarmungen ging der Austausch dann richtig los. Jeder fuhr in seine Gastfamilie, richtete sich dort erst einmal ein und überwand die ersten Sprachbarrieren.

Am Abend gingen wir in einem schönen Restaurant essen. Anschließend machten wir einen lange Spaziergang durchs Zentrum und waren dann alle glücklich, endlich ins Bett zu fallen. Freitag Morgen, um 8:45 Uhr, trafen wir uns in der Schule. Dort wurden wir von der Direktorin begrüßt und anschließend durch die Schule geführt. Wir durften auch in das eine oder andere Zimmer, in dem gerade Unterricht war, reinschauen.

Alle Schüler tragen schicke Schulkleidung. Das macht echt was her.

Nach der Besichtigung ging es in die Stadt zur Peter-Pauls-Festung auf der Haseninsel. Dort bekamen wir eine Führung, und anschließend unternahmen wir mit dem Bus eine Stadtrundfahrt. St. Petersburg ist wirklich wunderschön.

Um 17:00 trafen wir uns mit unseren Austauschschülern vor der Schule und fuhren nach Hause. Am Abend waren wir in einer kleinen Gruppe auf einer Bowlingbahn und ließen dort den Tag ausklingen.

Der Samstag war Familientag.

Jeder war individuell mit seiner Familie unterwegs. Zum Beispiel in einer Miniaturausstellung Russlands und in der Auferstehungskirche. Danach waren wir mit ein paar Leuten in einem Freizeitpark. Am Abend war man zum Beispiel im Ballett zur Carmen Suite oder verbrachte etwas Zeit mit der Familie.

Am Sonntag ging es früh um 6:00 Uhr mit dem Zug nach Novgorod Welikij, eine der ältesten Städte Russlands . Als wir nach ca. 3,5 Stunden sehr unterhaltsamer Zugfahrt ankamen, warteten ein kleiner Bus und eine Fremdenführerin auf uns. Wir besichtigten das Klostergelände. An besonderen Stellen stiegen wir aus und machten Fotos, während die nette Dame uns einiges über das jeweilige Objekt erzählte. Die Reihe der erhaltenen Kirchen ist mit 52 vergleichsweise groß.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zum Kreml, ebenfalls wunderschön. Wir hörten sehr viele spannende Sachen über die Geschichte Nowgorods.

Die Taschen voll mit Souvenirs ging es zurück. Und wir sind uns alle einig, dass die Rückfahrt das Beste am ganzen Tag war. So etwas wie hier haben wir beim Einsteigen in einen Zug noch nie erlebt! Es wurde geschubst und gedrängelt, Frau Döring ärgerte sich ganz besonders über den Körpereinsatz eines sehr in Fahrt geratenen Passagiers. Im Zug konnten wir der hitzigen Diskussion kaum folgen und waren ganz begeistert darüber, dass Maria und Frau Döring den störrischen Herren in Grund und Boden diskutierten. Wir unterhielten dann die restliche Fahrt den ganzen Zug und hatten unseren Spaß. Mit ausartendem “Wer bin ich?“ und tiefgründigen Gesprächen ging die Fahrt recht schnell zu Ende. Und auch wir waren am Ende, so dass wir gegen 23:00 Uhr wahrscheinlich alle in die Betten fielen.

Am Montag ging es für uns wieder in die Schule. Wir durften dem Unterricht beiwohnen und uns so ein Bild machen, wie das hier in Russland so läuft. Auffällig war, dass man das mit dem Melden hier wohl nicht unbedingt kennt. Auch während eines Tests redeten die Kinder miteinander oder schrieben “unbemerkt“ beim Nachbarn ab-zumindest hat das die Lehrerin nicht gekümmert. Als der Unterricht vorbei war, ging es nach Peterhof. Auch dort bekamen wir eine Führung und konnten die über 150 Fontänen bestaunen. Zurück an der Schule fuhren wir mit ein paar Leuten in das große Shoppingcenter -schließlich musste man ja die Rubel irgendwie los werden. Wieder einmal völlig fertig, fielen wir auch an diesem Abend dankend ins Bett. Um 8:45 ging es Dienstag wieder in den Unterricht, diesmal zum Beispiel Kunst. Wir durften sogar mit basteln. Anschließend ging es in die Ermitage. Wir bekamen eine zweistündige Führung und konnten die Schönheit und den Prunk kaum realisieren.

Am Mittwoch war Treffpunkt -wie fast jeden Morgen- in der Schule. Wir planten unseren Abschlussabend und fuhren dann in den Jussupow-Palast. Er war von bis 1917 die Hauptresidenz der wohlhabenden russischen Adelsfamilie Jussupow. Wir waren von der üppigen Innengestaltung mit über 40.000 Kunstwerken und einem eigenen Theater überwältigt. Durch die Audioguides, die uns diesmal führten, war alles ganz entspannt. Dann fuhren wir zurück zur Schule. Dort wartete eine gedeckte Tafel auf uns. Wir verabschiedeten uns gebührend mit einem liebevoll gesungenen Lied und einer Diashow unserer Erlebnisse. Falk machte ein Gruppenfoto, dann fuhren alle nach Hause. Die Koffer mussten gepackt und alles für die Heimreise vorbereitet werden.

Um 6:15 trafen wir uns auf dem Flughafen.

Dann hieß es Abschied nehmen...wir lagen uns in den Armen, es flossen Tränen, alles war äußerst emotional. Als wir uns endlich von- einander gelöst hatten, ging es durch die zahlreichen Kontrollen. Nach einem turbulenten Flug und einer entspannten Busfahrt kamen wir schließlich alle wohlbehalten in Dresden an. Wir sind dankbar für all diese tollen Erlebnisse und Erinnerungen. Der Kontakt mit unseren Austauschschülern bleibt bestimmt noch lange bestehen. Die Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.