Eine Reportage der 8b

Gymnasium Klotzsche

„Wenn ihr fertig abgeschrieben habt, könnt ihr Schluss machen.“ Mit diesen Worten schreibt der Lehrer den letzten Satz an die Tafel. Ich lege erleichtert meinen Füller beiseite. Das Ende der Stunde war ja auch längst überfällig, finde ich, und den Gesichtsausdrücken meiner Mitschüler zu urteilen, geht es ihnen ähnlich.

Während ich die Hefte und Bücher von meinem Tisch zusammen- und in meinen Ranzen packe, verschmelzen um mich herum die Stimmen meiner Klassenkameraden, manche lauter, andere kaum mehr als ein Flüstern, zu einem Strudel aus vertrauten Geräuschen.

Mein Blick wandert durchs Zimmer. An der kreideweiß geränderten Tafel stehen noch die Merksätze vom Unterricht, der Hahn von unserem Waschbecken tropft wohl wieder. Die Wände sind von einem schmutzigen weiß und teilweise abgeplatzt, und trotz allem fühlt man sich in unserem Klassenzimmer wohl. Denn an den Fenstern lehnen bunte, selbstgemalte Bilder auf Leinwand. Unsere Pinnwand schmückt seit kurzem eine Karte der USA und außerdem gibt es ein Plakat, das zum Streitschlichten aufruft – auf Englisch zwar, aber für jeden verständlich. Das es scheinbar sonst niemand machen will, wische ich jetzt die Tafel ab. Dieser Job ist nicht angenehm, denn danach riechen meine Hände trotz waschen nach unserem leicht schimmeligen Schwamm. Aber was soll‘s? Als nächstes steht mein Mittagessen an.

Als ich die Essensausgabe betrete, schlägt mir der Duft von Nudeln und Fertigfleisch entgegen. Einige Minuten später stehe ich mit einem weißen Porzellanteller mit meinem Mittagsmahl in den Händen in unserem Essensraum. Hier wimmelt es nur so von Schülern aller Jahrgansstufen (und das obwohl es eigentlich geregelte Essenszeiten gibt). Auch einige Lehrer kann ich entdecken, manche nehmen hier ebenfalls ihr Mittagessen zu sich, andere kontrollieren ob auch wirklich jeder Tisch abgewischt wird.

Auch hier sind die Wände abgeplatzt, sind aber von einem sonnigen hellgelb. Auch die Stühle sind bunt, manche frühlingsgrün, andere bordeauxrot. Aber auch sie sind nicht mehr die neuesten, und doch finde ich sie, als eine, die jeden Tag hier isst, absolut ausreichend. Nach dem Essen gehe ich in die Sporthalle. Hier ist alles noch recht neu und sauber und riecht auch so. Der Boden der Halle ist voller bunter Markierungen und Streifen. Auch schwarze Kratzer sind zu sehen, und das obwohl hier sehr viel Wert auf ‚non-Marking‘-Schuhe gelegt wird. Und auch die Umkleiden sind sauber, die Duschen nicht schmutzig und keiner der Hähne tropft. Und selbst der Geruch ist angenehm.

Nach dem Sport hole ich mein Fahrrad und schiebe es zwischen den Autos der Lehrer entlang vom Schulgelände. Als ich zurückblicke, sehe ich ein paar jüngere Schüler Fußball spielen. Es ist ruhig und friedlich, ein seltener Zustand an unserer Schule. Die Blätter der Bäume rauschen sanft im Wind.

Morgen, wenn ich in meine nicht perfekte, aber vertraute Schule zurückkommen werde, wird es ähnlich sein. Nur, dass dann ein neuer Tag voller Eindrücke vor mir liegen wird.