Im Landtag mit CDU und AfD

Am 01.11.2017 besuchte die Klasse 9a  den sächsischen Landtag. Ein Erlebnisbericht.

Das für meinen Geschmack etwas klobige Gebäude scheint auf einer Seite fast ausschließlich aus rahmenlosen Fenstern in Aussichtspunkt-Optik zu bestehen, während die Fassade von der Straßenseite aus mehr wie ein in die Jahre gekommenes, aber frisch gestrichenes Schulgebäude aussieht.

Das Foyer gibt dann wieder den modernen Eindruck vom Anfang wieder, samt hyperdekorativer Betonpfeiler als Garderobe. Empfangen wurden wir dann von einer jungen, vielleicht etwas übereifrigen Politikstudentin. Die machte sich dann gleich daran, uns von der Architektur des Gebäudes zu erzählen. Nicht ganz so mein Fall. Für etwas Auflockerung hat dann jedoch eine übertriebene Political Correctness gesorgt, die schon fast an eine Karikatur erinnerte:

 „Politiker- PAUSE- Innen“… usw.

Im eigentlichen Landtagssaal wurden wir dann jedoch ausführlich über den Beruf eines Abgeordneten und die politische Struktur informiert.

Am interessantesten fand ich die Befragung der Politiker. Der CDU-Politiker Christian Hartmann und der AfD-Politiker René Wendt beantworteten unsere Fragen.

Und es kristallisierte sich ein Ablauf heraus, der das ganze Gespräch über gleich blieb: Wendt kritisierte und gab der CDU die Schuld, worauf dann Hartmann mit umfassenden Erklärungen die Aussage von Wendt widerlegte. Sehr amüsant war auch zu sehen, wie der eine Grimassen schnitt, während der andere redete.

Die beiden waren sich in fast keiner Frage einig. Von allen gestellten Fragen gab es nur eine Übereinstimmung: Beide waren der Meinung, eine Verbeamtung von Lehrern wäre nicht sinnvoll.

Schon am Anfang war jedoch klar – riesige politische Differenzen.

Viel interessanter war jedoch die Situation während der Streitthemen, also den Rest der Zeit: Wendts Kommentar, die AfD würde nicht mit Pegida zusammenarbeiten und die Aussage, es gäbe bei Pegida keinen Rassismus wurden von Hartmann noch mit einem Lächeln erwidert. Dieser unterstellte Pegida eine aggressive Stimmung. Im Verlauf der Befragung nahm die Distanz aber noch zu: Bei der Frage nach der Bildungspolitik war Wendt der Ansicht, die Lehrer würden in den Westen abwandern und man hätte es verpennt neue Lehrer einzustellen. Hier schüttelte Hartmann seinen nun hochroten Kopf und erklärte in einer weit ausholenden „Rede“ seinen Standpunkt, mit der Kernaussage, dass der Lehrermangel aus dem Lehrerüberschuss nach DDR-Zeiten entstand. Wendt widersprach heftig, gab der CDU die Schuld.Beide ,,einigten“ sich  auf „verschiedene Ansätze“.

Es war sehr interessant, Politiker einmal so nah zu erleben und in dieser Runde schien es ein ziemlich spannender Job zu sein; zumindest für die, die Diskussionen, lange Reden und viel Aufmerksamkeit mögen.

Quelle: Bild oben

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